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Geschichten, die das Leben hätte schreiben können. Das verrückte Leben von Marek Meister und seiner bunten Nachbarschaft. Keiner der Bewohner konnte ahnen, welches Los gezogen wurde, als Marek Meister in das Haus in der Innenstadt einzog. Ebenso ging es allerdings auch Marek, der nicht erahnen konnte, was in dieser Nachbarschaft so Außergewöhnliches passieren würde und welche Geheimnisse die Mieter mit sich tragen.

Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen wäre rein zufällig. Ebenso ist der Schauplatz und die damit verbundenen Ereignisse und Geschichten frei erfunden. Sollte sich doch jemand in den Geschichten wieder finden, wird er feststellen, dass die Namen abgeändert sind. Diese fündigen Personen werden gebeten, bis zum Ende zu lesen und den Autor mit neuen Ereignissen zu versorgen.

Marek entschloss sich, die Wohnung aufzugeben, die ihn so sehr an seinen Ex-Freund erinnerte. Tapetenwechsel war angesagt und so suchte er nach neuen 4 Wänden, in denen er sich wohlfühlen konnte. Schnell hatte das Suchen auch schon sein Ende gefunden.

Es war ein kalter Wintertag, an dem sich das Leben von 11 Mietparteien für immer ändern sollte. Um genau zu sein, zogen er und Freddy am gleichen Tag in das selbe Haus ein. Eine Menge Chaos und Verwirrung waren am ersten Tag schon vorprogrammiert, denn die Umzugskaravane brachte das Mobiliar und die Kisten durcheinander.
Ach so, ihr wisst ja noch gar nicht, wer Freddy ist. Um dem außenstehenden Lesern erst einmal einen Überblick zu geben, werfen wir erst einmal einen Blick auf die Klingeln des Hauses:

Erdgeschoss
Roberto Morreno: eine Bilderbuch-Prinzessin, die jedes Wochenende auf der Suche nach dem ultimativen Date der Stadt ist.
Sven Silbereisen: fleißiger Student, der keine Vorlesung versäumt und sich von Pizza und Raviolidosen ernährt. Sein Lebensmotto: Die Zeit, die man zum Kochen verschwendet, kann man effektiver mit Lernen nutzen.

1.Etage
Marek Meister: der schwule Entertainer der das Treppenhaus zu seiner Show-Bühne erklärt hat.
Bernd Breuer: ein gemütlicher Workoholiker, der eigentlich nur seine Ruhe haben will. Ein Türvorsteher mit dem Herz am rechten Fleck.

2.Etage
Tanja Tussinski: die in die Jahre gekommene Münz-Mallorca-Maus ist ständig auf der Suche nach Mr.Right.
Maximilian von Meinersleben: eine elegante Männerdiva mit überquellendem VIP-Wissen. Die Liebe zur Musik und zu Bernd Breuer sind ihm das Wichtigste.

3.Etage
Bruno Kupfer: ein quirliger Sozialarbeiter, der immer auf der Flucht ist wie der Hase vorm Fuchs.
Angela Lizard: Modedesignerin aus Leidenschaft. Sie hat immer den Sonnenschein auf ihrer Seite und lässt sich durch nix aus der Ruhe bringen.

4.Etage
Sylvia Schwan: die korpulente Matrone mit Mutter Teresa Komplex. Sie kocht wie eine Göttin, die einem Rubensbild entsprungen sein könnte. Sie ist die Spirituellste in den Gemäuern. Ihr Lebensweg ist mit Tarotkarten gepflastert und von ihrem Himmel regnet es Bach-Blüten-Tropfen.
Eva-Maria von Meinersleben: Die Schwester von Maximilian hat für alle immer ein offenes Ohr für die Probleme und Auseinandersetzungen im Hause.

5.Etage
Werner & Gaby Tussinski: Die Eltern von Tanja sind ein konservatives Gespann und werden sich bis an das Ende aller Tage gegenseitig mit Langeweile in den Wahnsinn treiben. Ihre Lebensweisheit: Früher war alles besser!
Freddy Glitter: eine Kleinstadt-Prinzessin mit einer gesunden Überdosis Selbstbewusstsein. Wenn mal der Himmel mit zu vielen Wolken behangen ist, bleibt Freddy im Bett liegen und schickt eines seiner zahlreichen Mädels vor die Türe.

Wo waren wir doch gleich? Ach ja, beim Umzug. Das Durcheinander der Kisten ergab die Möglichkeit, dass Marek und Freddy mehr von einander erfuhren als Beiden lieb war.

Es war ein weiterer stressiger Tag in Bernd Breuers Leben, der wie alle anderen Tage für ihn erschöpft auf dem Sofa enden sollte. Nachdem die magische 22 der Nachtruhe überschritten war und Marek Meister von nebenan mit seiner Gesangsakrobatik der Homo-Höllen-Klassiker das Tagesfinale hinter sich gebracht hatte, sollte den gemütlichen Stunden nichts mehr im Wege stehen.

Doch es handelte sich nur um eine kurze Ruhe vor dem Sturm. Plötzlich schallte eine brüllende Stimme von der Strasse in die 4 Wände von Bernds Wohnung. Erst dachte er daran, seinen Fernseher lauter zu drehen. Doch dann, als sein Blut mal wieder am Siedepunkt angekommen war, sprang er zum Fenster, riss es auf und fragte den Störenfried, ob er noch alle Latten am Zaun hat.

Unten stand Luise, die Domina aus der Nachbarschaft, die an der S-Bahn Haltestelle gerade dabei war, einen ihrer Kunden per Telefon zu bedienen: „Los Du Miststück, auf die Knie und leck mir die Stiefel!“ Bernd fühlte sich mit diesem Satz persönlich angesprochen und erwiderte „Schnauze da unten, ich geb dir gleich Stiefel lecken. Ich komm Dir gleich runter und zieh Dir Deine Billig-Treter auf links!“ Nun ergab ein Wort das andere und als Bernd keine Lust mehr auf den Dialog mit Luise hatte, griff er nach links zu einen der dort vorhandenen Blumentöpfe.

Zum Glück rutschte ihm der Topf aus der Hand und statt der geplanten Flugbahn von ca. 30 Metern beschleunigte der Blumentopf auf der kürzesten Strecke senkrecht nach unten und zerschellte vor dem Eingang des Hauses. Sagte ich zum Glück? OK – ganz so glücklich war der geänderte Zielbahnhof nicht ausgewählt. Freddy Glitter – das Geschöpf der Nacht verließ im selbigen Moment das Haus. Freddy zeigte allerdings keinerlei Reaktion auf den Angriff von oben.

Vielleicht lag es daran, dass er wie immer mit sich selbst zu sehr beschäftigt war. Luise stieg hämisch grinsend in die Straßenbahn ein. Freddy tippelte nichts ahnend mit seinen dünnen Beinchen am Hindernis vorbei und Bernd war um eine Blume und etwas Stress erleichtert.

Eine Moral gibt es bei dieser kleinen Geschichte nicht. Lediglich der Hinweis, dass sich noch 5 weitere Blumentöpfe auf der Fensterbank von Bernd befinden. Die Bewohner sollten sich also in acht nehmen, wenn es mal wieder vor dem Hause etwas lauter wird und Bernd seine Zielsicherheit verbessern will.
Ach und es sei zum Ende noch angemerkt: Die Blume hat den Sturz aus dem ersten Stock nicht überlebt.

Schon seit einiger Zeit fand Marek Meister es seltsam, dass er immer unter der Woche um ca. 5.45h aufwachte. Anfangs dachte er, seine innere Uhr würde vielleicht verrückt spielen, jedoch dem war nicht so. Um 5.45h ging Gaby Tussinski täglich aus dem Haus. Die sonst tagsüber so leise Dame machte morgens mit ihren Metall-Absatz-Pumps im Treppenhaus auf sich aufmerksam: „Klick-Klack-Klick-Klack“. Dieses Steppen dröhnte wie Klänge, die man aus dem Film „Jurassic Park“ kennt, ins Schlafzimmer von Marek „Klick-Klack“.
Als Marek sich mit den anderen Mietparteien hierüber einmal unterhielt, wurde klar, dass es den anderen Nachbarn ebenso erging. Die kleine Jenny die früher einmal hier in diesem Haus gewohnt hat, hatte schon aufgrund dieser morgendlichen Attacken die Flucht aus dem Hause ergriffen.

Nun war eine Nacht gekommen, in der Marek von Albträumen heimgesucht wurde und vor dem „Klick-Klack“ wach wurde. Er lag dösend in seinen Federn und dachte nur „Einschlafen lohnt sich jetzt eh nicht mehr, schließlich trampelt in spätestens 10 Minuten das High-Heels-Monster durchs Haus und weckt Dich eh wieder.“
Uns so geschah es auch. Nach einem kräftigen „Rums!“, dem Zuknallen der Wohnungstür folgte das bedrohlich näher kommende und nervendurchdringene „Klick-Klack“. Doch diesen Morgen sollte es anders sein, als an den anderen Tagen in Gabys Leben. Marek war darauf eingestellt und sein verschlafener nackter Körper stand in feuriger zitternder Erwartung vor der inneren Seite seiner Wohnungstür.

Als Frau „Klick-Klack“ nun in unmittelbarer Nähe vor seiner Türe angekommen war, riss er die Türe auf und suchte den Dialog. „Was soll das eigentlich hier jeden Morgen geben? Können Sie nicht wie ein normaler Mensch die Treppe runter laufen?“ brüllte Marek die Schlaf-Räuberin an. „Ich gehe zur Arbeit!“ krächzte es aus dem erschrockenen Hals von Gaby Tussinski. „Das ist noch lange kein Grund alle Mitbewohner des Hauses frühmorgens mit Ihrem Hampel-Getrampel in den Wahnsinn zu treiben!“ „Na und, das interessiert mich nicht. Ich höre hin und wieder ja auch laute Musik und Fernsehen aus den anderen Wohnungen“ erwiderte die böse Hexe des Ostens mit weit aufgerissenen Augen.

Bevor nun weiter ein Wort das andere ergeben konnte, spürte Gaby dass sie diesem Wortgefecht und dem nackten Anblick von Marek am frühen Morgen nicht weiter gewachsen sein würde. Sie ignorierte Mareks weiteren Dialog und verließ zähneknirschend geschockt das Haus.
Tanja, die Tochter von Gaby musste diese Auseinandersetzung im Treppenhaus, wie alle anderen Mitbewohner, mitbekommen haben. Als sie ihre Wohnung etwa 10 Minuten später verließ, setzte sie noch einen mit einem ebenso absichtlichen Lärmpegel drauf, der das Fass zum überlaufen brachte. „Die wollen Krieg?“ dachte Marek, „Dann sollen sie den auch kriegen!“

Bereits am kommenden Morgen positionierte sich Marek Meister mit seiner Gesangs-Soundanlage an seiner Wohnungstür und wartete auf die Person, die schweigend eine Kriegserklärung ausgesprochen hatte.
Dann kam endlich das lang erwartete „Rums!“ der gegnerischen Wohnungstür. Der Vorhang ward gelüftet und die Spotlights waren eingeschaltet. Nach den ersten zwei Schritten von Gaby ertönte es von unten in einer schallenden Lautstärke „Ladys & Gentlemen, meine Damen & Herren, liebe Mitbewohnerinnen & Mitbewohner! Heißen sie mit mir auf unserer Treppenhaus-Show-Bühne Willkommen: Der Steppende Klick-Klack-Elefant! Sie möchte, dass wir alle im Haus darüber informiert sind, dass sie als erstes morgens um 5.45h unsere heiligen Mauern verlässt, um zur Arbeit zu gehen. Sehen sie nur: Hier bei uns wird Entertainment groß geschrieben. Der 2.Stock, sie hat bereits die halbe Strecke geschafft und nähert sich mit schneller werdenden Schritten der Zielgeraden im Erdgeschoss. Seien sie auch morgen wieder live dabei, wenn es wieder heißt: wenn Hennen rennen! Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit und einen fröhlichen Start in ihren Tag wünscht ihnen ihr Nachbar Marek!“

Auf zittrigen Beinen schnappte Gaby nach frischer Luft, als sie draußen auf der Straße angekommen war. Viel zu sehr hatte sie sich gewünscht, endlich von diesem Albtraum aufzuwachen und so fuhr ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken, als sie feststellte, dass das gerade in ihrem wahren Leben geschehen ist.

Jedem ist klar, dass von nun an keiner der Mitbewohner mehr von „Klick-Klack“ aus dem Land der Träume gerissen wurde. „Klick-Klack“ es ist nirgends schöner als daheim, Dorothy!

Fortsetzung folgt…

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