01. „100 Gründe geb‘ ich Dir“
Dieser Song ist für mich einer der persönlichsten Momente des Albums. Er entstand aus dem Gedanken heraus, wie schwer es manchmal ist, sich selbst Hoffnung zu schenken, wenn alles grau erscheint. Erst beim Schreiben habe ich gemerkt, dass die „100 Gründe“ am Ende gar nicht nur für jemand anderen gedacht waren – sondern eigentlich für mich selbst.
02. „Ich will kein Drama“
Hier durfte mein Humor völlig frei durchdrehen. Der Song ist bewusst überzogen, verspielt und ein bisschen verrückt – fast wie ein bunter Cartoon nach einer zu langen Nacht. Gleichzeitig steckt dahinter aber auch der Wunsch, sich von toxischen Menschen und unnötigem Stress fernzuhalten und das Leben nicht immer bierernst zu nehmen.
03. „Ist das Liebe oder kann das weg?“
Dieser Text entstand aus Beobachtungen in Cafés, Bars und auf Social Media. Ich hatte oft das Gefühl, dass Beziehungen heute manchmal mehr inszeniert als wirklich gelebt werden. Hinter der Ironie steckt deshalb auch Sehnsucht nach etwas Echtem, Unperfektem und ehrlicher Nähe.
Der Titel allerdings hat seine Wurzeln in meiner Abi-Zeit, wenn die Geschichte dahinter Dich interessiert, frag mich!
04. „Gestern, Heute, Morgen“
Der Song ist wie ein inneres Gespräch mit verschiedenen Versionen meiner selbst. Ich habe mich oft dabei ertappt, entweder zu lange in Erinnerungen zu hängen oder mir Sorgen über die Zukunft zu machen. Beim Schreiben wurde mir klar, wie wichtig es ist, das Leben genau jetzt wahrzunehmen – mitten im Moment.
05. „Strassenköter Blues“
Dieser Song ist wahrscheinlich einer meiner ehrlichsten und gleichzeitig schamlosesten Texte und die Fortsetzung meines Songs „Strassenköter“ auf Album Zwei. Ein guter Freund namens Mayo Velvo gab mir die Anregnung die Geschichte weiter zu erzählen. Er erzählt von der seltsamen Anziehung zu Menschen, bei denen man eigentlich schon vorher weiß, dass es kompliziert endet. Hinter all dem Witz steckt aber auch die Frage, warum manche Muster immer wieder Regie im Leben führen.
06. „Eins Zwei und die Drei“
Nach vielen emotionalen Songs wollte ich einmal bewusst trotzig, frech und direkt sein. Der Song hat etwas Kindliches, fast wie ein alberner Befreiungstanz nach einer kaputten Beziehung. Für mich steckt darin die Erkenntnis, dass man Liebeskummer manchmal am besten mit Ironie und einem Mittelfinger verarbeitet.
07. „Ich gehe spazieren (mit Offizieren)“
Dieses Lied ist pure Spielfreude und ist aus einer witzigen Laune heraus entstanden. Mayo Velo warf mir zwei Zeilen für den Refrain vor die Füße und sagte „Mach da nen Song draus!“
Nun erzählt der Song davon, wie Humor und Flirts manchmal helfen können, Sorgen und dunkle Gedanken für einen Moment leiser zu machen.
08. „Ich schlaf’ nicht gern allein ein“
Hier wird es sehr nah und verletzlich. Der Song handelt von dieser stillen Einsamkeit nachts, wenn alles ruhig wird und man merkt, wie sehr einem Nähe fehlt. Viele Zeilen darin sind direkt aus echten Gefühlen entstanden, weil Einsamkeit oft nicht laut ist – sondern ganz leise neben einem liegt.
09. „Interkontinentaler Pippi-Club“
Ich liebe es, absurde Alltagssituationen zu beobachten, und ein Flug nach Hurghada ist dafür ein wahres Geschenk. Der Song überspitzt diese völlig verrückte Dynamik in Flugzeugen zwischen Urlaubssehnsucht, Chaos und menschlichen Eigenarten. Eigentlich ist es eine kleine satirische Liebeserklärung an den Wahnsinn des Reisens.
10. „Hotel International“
Dieser Song entstand aus Urlaubseindrücken in einem Stadthotel in Hurghada, bei denen plötzlich Menschen aus allen möglichen Ländern auf engem Raum zusammentreffen. Ich fand diesen Mix aus Fremdheit, Party, Missverständnissen und trotzdem gemeinsamer Stimmung unglaublich faszinierend. Hinter dem Humor steckt die schöne Erkenntnis, dass Menschen sich oft auch ohne gemeinsame Sprache verstehen können.
11. „Wut will raus“
Das Schreiben dieses Songs war fast befreiend, es ist um ehrlich zu sein eine Hausaufgabe die ich von meiner Psychotherapeutin bekommen habe.
Ich wollte zeigen, dass Wut nicht immer zerstörerisch sein muss, sondern manchmal auch der erste Schritt sein kann, sich selbst endlich ernst zu nehmen. Für mich ist das Lied ein emotionaler Befreiungsschlag gegen zu langes Schweigen und ständiges Funktionieren.
12. „Die Pest“
Dieser Song ist absichtlich drastisch und emotional roh geblieben und wurde bereits 2000 von mir getextet. Im Ursprung ist der Text auf die Melodie von Tina Turners „The Best“ geschrieben worden.
Aber wie das nunmal mit Urheberrechten ist, musste eine eigene Melodie her.
Liebeskummer ist nicht immer poetisch oder würdevoll – manchmal denkt man hässliche Dinge, weil man verletzt wurde. Mir war wichtig, diese ungefilterte Seite ebenfalls zu zeigen, auch wenn sie unbequem ist, denn genau solche Gefühle gehören ebenso zu echten Geschichten dazu.