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Just.Mike. – I’m a psycho

Mit „I’m a psXcho“ liefert Just.Mike kein klassisches Debütalbum ab, sondern ein grell blinkendes Innenleben zwischen Burnout, Selbstsuche, Gesellschaftssatire und queerem Pop-Exzess. Sein erstes englischsprachiges Werk klingt wie ein nächtlicher Spaziergang durch Social-Media-Ruinen, Clublichter und kaputte Märchenwelten – mal wütend, mal verletzlich, mal herrlich überdreht. Zwischen Tracks wie „I’m a psycho!“, „Freakshow of life!“ oder „Shut up and enjoy“ zerlegt Just.Mike den Optimierungswahnsinn unserer Zeit mit bissigem Humor, dunkler Poesie und einer guten Portion Selbstironie. Gleichzeitig entstehen überraschend zarte Momente: „Footprints in My Heart“ oder „My sweetness is not honey“ zeigen eine fast intime Sehnsucht nach echter Menschlichkeit in einer Welt voller Filter und Fassaden.

Das Album bewegt sich textlich irgendwo zwischen Electro-Pop, düsterem Chanson, Spoken-Word-Eskapismus und TikTok-Apokalypse – und genau daraus zieht es seinen Reiz. Immer wieder tauchen Bilder von Masken, Spiegeln, Hexen, Wäldern und zerbrochenen Identitäten auf; als würde Tim Burton mit einem queeren Clubkid und einem depressiven Philosophen zusammen Songs schreiben. Besonders stark: Just.Mike. schafft es, persönliche Krisen nicht als reine Tragödie zu inszenieren, sondern als kreative Gegenwehr gegen gesellschaftliche Gleichgültigkeit.

„I’m a psXcho“ ist laut, unbequem, melodramatisch und stellenweise herrlich chaotisch – aber genau darin liegt seine Ehrlichkeit. Dieses Album will nicht geschniegelt gefallen. Es will fühlen, provozieren, tanzen, abstürzen und trotzdem weitermachen. Ein mutiges erstes englisches Statement eines Künstlers, der keine Angst davor hat, seine Narben in Neonlicht zu tauchen.

Titelliste

01. I’m tired (Estoy cansado, Je suis fatigué)
02. Dance with bloody shoes
03. I am a psxcho
04. Just one click in your head 
05. Footprints in my heart
06. Freakshow of life
07. Shut Up and Enjoy
08. My sweetness is not honey

09. Goodbye for today
10. Music is my medicine
11. Real witches
12. Forest of confusion
13. In my bed
14. Sandman is not coming
15. The last hurray of humankind

Die Geschichte zu dem Album

„I’m a psXcho“ ist für mich mehr als nur ein Album. Es ist ein Blick in Gedanken, die man normalerweise nur nachts zulässt, wenn alles still wird und die Masken des Tages langsam bröckeln. Viele dieser Songs entstanden aus Beobachtungen – aus Gesprächen, Blicken in der Bahn, Schlagzeilen, Social-Media-Welten, Begegnungen mit Menschen, die laut lachen und innerlich trotzdem kämpfen. Aber genauso steckt darin meine eigene Gefühlswelt: Überforderung, Sehnsucht, Wut, Einsamkeit, Hoffnung und dieses ständige Gefühl, in einer Welt voller Rollen irgendwie man selbst bleiben zu wollen.

Ich habe beim Schreiben oft gemerkt, wie sehr sich persönliche Erfahrungen mit dem vermischen, was ich um mich herum wahrnehme. Manche Songs wirken wie Fantasiegeschichten mit Hexen, dunklen Wäldern oder surrealen Bildern – doch eigentlich erzählen sie von realen Emotionen, Ängsten und Beziehungen. Andere Texte sind direkter, fast wie Tagebucheinträge mit Beat und Neonlicht darunter.

Das Album wurde für mich zu einem Ort, an dem ich nichts glätten musste. Keine perfekte Version von mir, sondern Gedanken in ihrer rohen Form. Zwischen Chaos, Ironie, Schmerz und Humor entstand so ein sehr persönliches erstes englischsprachiges Album – ehrlich, manchmal unbequem, aber immer nah an dem, was ich gesehen, gefühlt und erlebt habe.
Der Titel: Warum ist das „Y“ ausge“x“t? Ich habe mich oft gefragt warum es zum Burnout kam. In englisch der Buchstabe Y „Why?“ – aber diese Frage braucht man nicht stellen, denn es gibt hierdrauf nicht die eine Antwort.

Jeder Song erzählt eine eigene Geschichte...

1. I’m tired, Estoy cansado, Je suis fatigué
Ich mache da kein Geheimnis draus, dieser Text entstand in meiner Reha in Bad Wildungen aus dem Gefühl, ständig funktionieren zu müssen, obwohl innerlich längst alles erschöpft ist. Ausgebrannt von beruflichem Druck und Problemen versuchte ich dieses Gefühle der Ermüdung in Worte zu fassen. Die verschiedenen Sprachen stehen für etwas Universelles: Müdigkeit versteht jeder Mensch, egal woher er kommt. Gleichzeitig steckt darin mein Wunsch, dem permanenten Lärm der Welt irgendwann einfach zu entkommen.

2. Dance with bloody shoes
Hier geht es um Menschen, die sich verbiegen, verletzen und Rollen spielen, nur um irgendwo dazuzugehören. Das Märchenmotiv von „Aschenputtel“ war für mich die perfekte Metapher für gesellschaftlichen Druck und toxische Schönheits- oder Liebesideale und das falsche Ziel es immer allen gerecht machen zu müssen. Am Ende bleibt die Sehnsucht nach etwas Echtem – barfuß, ohne Masken.
„Keine blutigen Schuhe mehr tragen zu müssen, Keine Lügen mehr aussprechen“ – befreit sein!

3. I’m a psycho!
Dieser Song ist provokant gemeint, aber auch ehrlich. Ich wollte mit der Frage spielen, wer eigentlich bestimmt, was „normal“ ist und warum Individualität oft sofort als verrückt abgestempelt wird.
Leider haben einige Menschen in meinem Umfeld mit als Psycho abgestempelt als der Zusammenbruch meiner Seele ans Tageslicht kam.
Für mich steckt darin viel Trotz, Energie und der Wunsch, sich nicht mehr kleinmachen zu lassen.

4. Just one click in your head
Der Song beschreibt diesen Moment, wenn ein Mensch mental plötzlich nicht mehr derselbe ist wie vorher. Vieles darin stammt aus Beobachtungen, aber auch aus sehr persönlichen Erfahrungen mit Erschöpfung und innerem Kontrollverlust. Trotzdem wollte ich am Ende Hoffnung lassen – nicht Heilung, aber Veränderung. In meiner beruflichen Wiedereingliederung verstarb plötzlich meine Vorgesetzte, die vollstes Verständnis für die Folgen des Burnouts und mir viel Halt gegeben hatte.
Ihr Click im Kopf war ein Äderchen das geplatz war, woran sie leider verstarb. Daher ist dieses Lied auch diesem tollen Menschen (Alexandra van Porten) gewidmet.

5. Footprints in My Heart
Manche Menschen begleiten uns nur kurz und hinterlassen trotzdem Spuren fürs Leben. Genau darum geht es hier. Dieser Song ist mein Dank an Begegnungen, die Wärme gegeben haben, selbst wenn sie längst vorbei sind.
Ein Dankeschön an alle guten Wegbegleiter in meinem Leben, besonderer Dank an alle die während und nach dem Aufenthalt im Fürstehof in Bad Wildungen zu mir gehalten haben und zu einem grossen Teil noch halten.

6. Freakshow of life!
Ein Kaffee Latte in einem Café auf der Düsseldorfer Königsalle, mehr brauchte es nicht für diesen Songtext. Ich beobachte die vorbeiziehenden Menschen, die sich selbst verlieren, um irgendeinem Trend von Social Media, Schönheitsfiltern und künstlicher Selbstoptimierung hinterherzulaufen. Viele schauen gleich aus: „Entenlippen“ und geliftete emotionslose Geichter. Der Song ist deshalb gleichzeitig Satire, Kritik und ein Aufruf zu mehr Selbstannahme.

7. Shut up and enjoy
Dieser Titel ist sehr persönlich. Er handelt von dem Gefühl, Erwartungen erfüllen zu müssen und dabei die eigene Stimme zu verlieren. Viele Zeilen spiegeln meinen inneren Widerstand dagegen wider, nur „unterhalten“ zu sollen, ohne echte Gefühle zeigen zu dürfen.
Manche wünschen sich, dass ich nur fröhliche oder nur in Deutsch singe und sie lustig unterhalte, diese Zeiten dass ich anderen alles gerecht mache sind vorbei. Denn ich habe emotionale Facetten, so wie jeder andere Mensch und jeder Song, jedes Gefühl hat recht auf seine Bühne, den es gibt für alles ein Publikum.

8. My sweetness is not honey
Ich wollte einen Song über Güte schreiben, der nichts mit Kitsch zu tun hat. Für mich liegt wahre „Süße“ nicht in Perfektion, sondern in kleinen Gesten, Ehrlichkeit und überstandenen Verletzungen. Ein Dankeschön an alle Menschen die in der heutigen Zeit nicht die Hoffnung an Menschlichkeit verloren haben. Das ist wahrscheinlich einer der sanftesten und gleichzeitig ehrlichsten Songs des Albums.

9. Goodbye for today
Dieser Song entstand aus Nächten voller Gedankenkarusselle und Weltüberforderung. Die Zeile „If I don’t wake…“ meint nicht nur Angst vor dem Tod, sondern auch das Gefühl, manchmal einfach verschwinden zu wollen vom Dauerrauschen der Welt. 
Trotzdem steckt darin Hoffnung auf einen neuen Morgen.
Und ja als ich den Text geschrieben habe standen hin und wieder Gedanken über Suizid im Raum und den Sinn dahinter, einschlafen und nie mehr aufwachen. Vielleicht hat gerade dieser Song mich gestäkt und den Mut gegeben das Leben zu geniessen auch wenn es an manchen Tagen schwer fällt.

10. Music is my medicine
Hier durfte alles etwas übertrieben, verspielt und sexy sein. Musik war für mich schon immer ein Zufluchtsort, oft tatsächlich stärker als jedes gute Gespräch. „Musik ist meine Droge, meine Medizin Booster für mein Adrenalin Sie zieht mich hinein, unter die Haut Meine heilige Heilung für alles“
Der Song zeigt die leichte, ironische Seite des Albums – aber auch, wie sehr Musik Menschen emotional retten kann.

11. Real witches
Die „Hexen“ in diesem Song sind keine Fantasyfiguren, sondern Menschen, die nach außen freundlich wirken und innerlich zerstörerisch sind. Viele Bilder stammen aus Beobachtungen toxischer Beziehungen und manipulativer Dynamiken in der unmittelbaren Nachbarschaft und im Freundeskreis.
Ich wollte daraus ein modernes düsteres Märchen machen.

12. Forest of confusion
Das ist wahrscheinlich der bildgewaltigste Song des Albums. Der Wald steht für innere Orientierungslosigkeit, Ängste und die Suche nach Wahrheit in einer Welt voller Täuschungen. Beim Schreiben fühlte es sich an wie ein Traum zwischen Märchenbuch und psychologischem Labyrinth.
Diese Song entstand aus der Beobachtung innerhalb der Gay Community heraus, zwischen Cruising Clubs, Saunen und Dating-Apps.

13. In my bed
Hinter dem Humor und den absurden Zeilen steckt eigentlich viel Einsamkeit. Der Song erzählt von Nächten zwischen Sehnsucht, körperlicher Nähe und emotionaler Leere. Ich wollte zeigen, wie moderne Beziehungen manchmal gleichzeitig lustig, traurig und komplett surreal wirken können. Wie der Text erzählt, entstand dieser aus erlebter Situation – das Erwachen nach einer leidenschaftlichen Nacht und dann feststellen, daß da ein viel jüngerer sportlicher Kerl neben einem schlummert.

14. Sandman is not coming
Dieser Song gehört zu den dunkelsten Momenten des Albums und verarbeitet Trauma aus meiner Kindheit, dem Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Er handelt von verlorener Sicherheit, zerstörtem Vertrauen und Figuren, die eigentlich schützen sollten, aber Angst hinterlassen. Vieles darin ist metaphorisch geschrieben, aber emotional sehr real. Diesen Song zu verfassen und zu gestalten ist in meinen tiefen Therapiestunden ans Tageslicht gekrochen – im Lyric Video hierzu sind mehr Details zu erkennen als der eigentliche Songtext preisgibt.

15. The last hurray of humankind
Das Finale ist bewusst groß, bitter und fast apokalyptisch gehalten. Ich habe dabei auf die Welt geschaut – Kriege, Hass, religiösen Fanatismus, politische Machtspiele – und mich gefragt, wohin wir eigentlich steuern. Trotzdem steckt hinter all der Dunkelheit auch Traurigkeit darüber, wie viel Menschlichkeit wir verlieren könnten.
Wir befinden uns wieder in einer Zeit, wo verbitterte alte Männer Nationen führen und Völker gegeneinander aufbringen um Kriege zu führen. Diese egoistischen Führer kann man leider nicht mehr mit Logik, Einsicht und Fairständnis erreichen und  zu einer Kehrtwende  hin zur Menschlichkeit und Frieden bewegen. Daher bleibt mir hier nur eins: Ironisch danke zu sagen, dass ihr die Welt und die menschlichen Werte zerstört habt.

Meine Top 3 Clips - (Alle Lyric Videos auf YouTube...)

Just.Mike. 
My sweetness is not honey

Just.Mike. 
I’m tired

Just.Mike. 
Sandman is not coming