Es war ein völlig unspektakulärer Dienstagmorgen — Rasierschaum im Gesicht, WDR4 im Hintergrund, Kaffeemaschine noch am Grummeln. Dann lief ein Lied von Camouflage. Schon hunderte mal gehört, aber an diesem Morgen berührte es mich mehr als zuvor.
ich hielt den Rasierer inne, und irgendwo zwischen Schläfe und Spiegel tauchte der Satz auf: »Take a step into my breath.«
Nicht gesucht, einfach da — wie der beste Einfall immer kommen: wenn man gerade keine Hand frei hat. Ich hab ihn sofort ins Handy getippt, noch halb eingeschäumt, aus Angst, er würde sich wieder verziehen wie ein Traum beim zweiten Kaffee.
Ich bin Jahrgang 1971, aufgewachsen mit Synthesizern und zwischen Jungs, die auf Englisch über Gefühle sangen, die man eigentlich nicht aussprechen wollte oder konnte. Dies Musik der 80er und 90er hat mich nie losgelassen.
»Take a Step Into My Breath« ist mein Versuch, genau das zurückzugeben — einen Song mit echtem Tiefgang, entstanden nicht im Studio, sondern vor einem beschlagenen Badezimmerspiegel. Was will man mehr.